Alaaf, Helau und Ho Narro – Karnevalshochburgen in Deutschland

22. Januar 2015

Jetzt wird’s wieder Jeck – die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange! Überall schmeißen sich die Narren wieder in ihre schicksten Kostüme und präsentieren sich bei den vielen Umzügen in ganz Deutschland. Das Reiseportal HolidayCheck stellt zehn Karnevalshochburgen vor, in denen es in den nächsten Wochen wieder besonders bunt zugeht.


Köln
Wenn et Trömmelche jeht…“, dann ist die Domstadt wieder im Karnevalsfieber. Pünktlich um 11.11 Uhr wird an Weiberfastnacht (Donnerstag) der bunte Straßenkarneval eröffnet. Der Höhepunkt folgt am Montag: Beim „Rosenmontagszooch“ fliegen „Kamelle, Strüssche und Bützje“ (Süßigkeiten, Sträußchen und Küsschen) durch die Luft und verwandeln die Stadt in ein buntes Narrenmeer. Kölle Alaaf!

Rottweil
Am „Schmotzigen“ (Donnerstag) übernehmen die Narren das Zepter der Stadt. 8 Uhr am Fasnetsmontag beginnt mit einem Glockenschlag der erste „Narrensprung“ (Umzug). Federahannes, Gschell und Guller, traditionelle Figuren der Rottweiler Fasnet, laufen durch die Stadt und „rügen“ die Bürger. Diese bekommen als Trost eine Süßigkeit. Danach gibt es kein Halten mehr. Mit viel Musik und Tanz enden die Sprünge in einer bunten Straßenfasnet.

Mainz
„Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ – der Titel der bekannten Fernsehsendung ist das Dauermotto der Mainzer Fasnacht. Hier wird man besonders ausgelassen mit dem typischen „Helau“ begrüßt. Markenzeichen sind die „Schwellköpp“: 25 kg schwere überdimensionale Pappmachéköpfe, die satirisch die Abbilder von Mainzer Charakteren darstellen.

Aachen
Wer in Aachen Karneval feiert, sollte vorher typische „Oecher“ Karnevalsvokabeln lernen. Denn wenn „d’r Zoch kött“ bleibt dafür keine Zeit mehr. Über 150 Gruppen schlängeln sich in bunter Formation durch die Straßen und heizen die Stimmung mit einem schallenden „Oche Alaaf“ richtig an. Wem das noch nicht ausgelassen genug ist, der findet sein Karnevalsglück bei einer der zahlreichen anderen „Tollitäten“ in der Stadt.

Würzburg
Die fünfte Jahreszeit macht auch vor den Toren Bayerns nicht halt. Prunkvolle Umzüge mit Motivwagen und Kamelle findet man aber fast nur in Würzburg – hier hat sich die rheinische Tradition durchgesetzt. Bis Aschermittwoch regiert das närrische Prinzenpaar über die Stadt und sorgt für heitere Stimmung und buntes Durcheinander auf den Straßen.

Konstanz
„Ho Narro, ihr Mäschgerle“ tönt es über den Bodensee. Schon um sechs Uhr morgens wecken Fasnachtskapellen am „Schmotz’ger Dunschtig“ die Bewohner der Altstadt. Tagsüber tummeln sich fantasievoll verkleidete Narren in der Stadt. Der Abend endet mit dem Hemdglonker-Umzug, bei dem Schüler in weißen Nachthemden ihre Lehrer verulken. Der große Umzug am Sonntag gehört den Narrengruppen. Hexen sperren dann gerne mal junge Mädchen in den mitgebrachten Käfig ein.

Düsseldorf
Wie in der Nachbarstadt Köln, wird auch in Düsseldorf der rheinische Karneval gefeiert. Ein freudiges „Alaaf“ führt hier aber zu bösen Blicken, schmettert man in der schicken Rheinmetropole doch ein lautes „Helau“. Gebützt wird trotzdem – am liebsten beim alljährlichen „Karnevalszooch“ durch die Stadt. Am Aschermittwoch ist Schluss mit lustig – mit der traditionellen „Nubbel“- (Sündenbock) Verbrennung endet die fünfte Jahreszeit.

München
Wer in München am närrischen Treiben teilhaben möchte, schwingt das Tanzbein bei einem der traditionellen Faschingsbälle. Elegant, schräg oder urig – jeder Narr findet hier den passenden Maskenball. Von Sonntag bis Dienstag wird dann der Marienplatz zu einer großen Partymeile. Bei Musik, Glühwein und ausgelassener Stimmung wird bis in die Nacht getanzt und gefeiert.

Bremen
„Der große Circus“ ist das Motto des 30.Bremer Karnevals, der eine Woche vor dem Rest der Republik gefeiert wird. Auch sonst setzt er sich von den typischen Traditionen ab: Südamerikanische Sambatänzer, Maskenträger und Stelzenläufer zeichnen das Bild der Hansestadt und verwandeln die Straßen in eine riesige Bühne.

Braunschweig
„Mit Lebensfreud und Fastnachtstrubel feiert die Region Schoduvel!“ lautet das Motto des diesjährigen Karnevalsumzugs. Norddeutschlands größter und längster Zug basiert auf einem uralten Brauch: Durch Lärm und Verkleidung versuchte man böse Geister zu verscheuchen. So steht der Begriff „duvel“ für Teufel und „Scho“ für verscheuchen. Heute gibt es statt Grusel-Gesichtern süße Kamellen und fröhliche Gesichter.