Bewertungen löschen statt lösen: Wenn Kritik einfach verschwindet

Fast jeder Dritte, der online bewertet, hat schon erlebt, wie seine Rezension einfach verschwand – meist, wenn sie kritisch war. HolidayCheck zeigt, warum gelöschte Bewertungen ein Problem für alle Verbraucher sind – und was dagegen getan werden kann. 

  • HolidayCheck-Studie zeigt, negative Bewertungen werden häufig gelöscht.

  • Fast jeder Dritte hat dies in den vergangenen zwei Jahren erlebt.

  • Die Mehrheit wehrt sich nicht gegen die Löschung.

  • HolidayCheck setzt sich rechtlich dagegen ein, um Transparenz im Internet zu erhalten.

Hotel, Restaurant, Online-Shop oder Lieferdienst: Bewertungen gehören für viele Menschen zum Alltag und sind eine wichtige Orientierungshilfe bei Kauf- und Buchungsentscheidungen. Dabei entsteht Glaubwürdigkeit nicht nur durch viele gute Bewertungen, sondern durch ein realistisches Gesamtbild. Doch was passiert, wenn dies nicht mehr gegeben ist, ausschließlich positive Bewertungen bleiben und die eigene Erfahrung plötzlich nicht mehr sichtbar ist? Eine neue bevölkerungsrepräsentative Studie von HolidayCheck zeigt erstmals, wie verbreitet diese Erfahrung inzwischen ist – und welche Konsequenzen eine Löschung negativer Bewertungen für die Betroffenen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher hat.

Das überraschendste Ergebnis: Fast jeder Dritte (31 Prozent), der innerhalb der vergangenen zwei Jahre selbst eine Online-Bewertung abgegeben hat, hat in diesem Zeitraum erlebt, dass mindestens eine eigene Rezension gelöscht wurde. Bei 12 Prozent kam dies sogar mehrfach vor.

„Löschen von kritischen Bewertungen ist kein Randphänomen mehr. Diese Erfahrungen dürfen nicht deshalb aus dem Netz verschwinden, weil sie für ein Unternehmen unbequem sind“, sagt Jonas Ertlmaier, Leiter Betrugsverfolgung bei HolidayCheck.

Kritische Bewertungen trifft es besonders häufig

Die Studie zeigt dabei eine deutliche Tendenz: 45 Prozent der gelöschten Rezensionen waren negativ oder überwiegend negativ. Weitere 31 Prozent bewerteten das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung durchschnittlich, lediglich 16 Prozent der gelöschten Bewertungen waren positiv oder überwiegend positiv.

Gerade in Deutschland beschäftigt User und Bewertungsplattformen zunehmend eine besondere Konstellation: Anbieter können die Echtheit einer Rezension infrage stellen, indem sie bestreiten, dass die bewertende Person tatsächlich Kunde oder Gast war. Mehr als die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) hat bereits davon gehört, dass Bewertungen auf diese Weise zur Löschung gebracht werden können. Unter denjenigen, die in den vergangenen zwei Jahren selbst bewertet haben, sind es sogar 58 Prozent.

Bewertungsportale können verhindern, dass echte kritische Erfahrungen aus dem Netz verschwinden und sorgen damit für eine realistische Entscheidungshilfe für Reisende sowie den Erhalt der Meinungsfreiheit bei Urlaubsbewertungen. Für HolidayCheck ist dies deshalb seit Jahren ein zentraler Bestandteil des eigenen Prüfprozesses.

Der Meinungsfreiheit beraubt: Wenn die eigene Stimme verschwindet

Eine gelöschte Rezension ist für viele Betroffene mehr als ein technischer Vorgang. 31 Prozent derjenigen, deren Bewertung gelöscht wurde, geben an, sich darüber geärgert zu haben. 27 Prozent fühlten sich dadurch ihrer Meinungsfreiheit beraubt. Jeweils 26 Prozent vertrauen nach der Erfahrung dem bewerteten Anbieter beziehungsweise der Plattform weniger als zuvor.

„Wer sich die Zeit nimmt, eine persönliche Erfahrung aufzuschreiben, möchte damit anderen Menschen helfen. Wenn genau diese Erfahrung anschließend verschwindet, entsteht schnell ein Gefühl von Ohnmacht“, so Ertlmaier. „Nutzer und Nutzerinnen wissen häufig nicht: Warum wurde meine Bewertung gelöscht? Was muss ich jetzt nachweisen? Und was kann ich überhaupt dagegen tun? Genau diese Unsicherheit ist für eine funktionierende Bewertungskultur problematisch.“

Denn das Gefühl bleibt nicht ohne Folgen. Schon das Wissen, dass eine Bewertung auf Antrag eines Anbieters gelöscht werden könnte, würde 40 Prozent der Befragten dazu bewegen, künftig ganz auf Bewertungen zu verzichten. 13 Prozent würden kritische Rezensionen positiver formulieren, weitere fünf Prozent würden kritische Bewertungen überhaupt nicht mehr abgeben.

Damit besteht die Gefahr eines schleichenden Effekts: Nicht nur einzelne Bewertungen verschwinden. Auch Menschen, deren Erfahrungen eigentlich wertvoll für andere Verbraucher wären, könnten künftig darauf verzichten, sie überhaupt zu teilen.

Zwei Drittel wehren sich nicht

Besonders deutlich wird die Unsicherheit beim Umgang mit einer bereits erfolgten Löschung. 65 Prozent der Betroffenen haben gegen keine ihrer Löschungen Einspruch eingelegt.

Der häufigste Grund hierfür ist die wahrgenommene Hürde des Verfahrens, da dieses zu aufwendig ist (46 Prozent).

Für HolidayCheck zeigen die Zahlen deshalb auch einen deutlichen Informationsbedarf.

„Verbraucher sollten nicht das Gefühl bekommen, sie müssten entweder schweigen oder ein kompliziertes Verfahren aufmachen“, sagt Jonas Ertlmaier. „Wer negative Erfahrungen in einer Bewertung sachlich schildert, kann gegen das Löschen dieser vorgehen. Bewertungsplattformen tragen hier eine besondere Verantwortung: Sie müssen sowohl die Rechte von Unternehmen als auch die Stimme ihrer Nutzenden ernst nehmen und Verfahren so transparent und nachvollziehbar wie möglich gestalten.“

Vertrauen braucht echte Erfahrungen – positive wie negative

HolidayCheck setzt seit vielen Jahren auf die Prüfung eingehender Hotelbewertungen und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber manipulierten oder gefälschten Rezensionen. Gleichzeitig gehören auch kritische Erfahrungen zu einem glaubwürdigen Bewertungsbild.

„Glaubwürdigkeit entsteht nicht dadurch, dass am Ende möglichst viele gute Bewertungen übrigbleiben“, sagt Ertlmaier. „Sie entsteht durch ein realistisches Gesamtbild aus unterschiedlichen Erfahrungen. Gerade kritische Stimmen können anderen Reisenden helfen, Erwartungen richtig einzuordnen und fundierte Entscheidungen zu treffen.“

Die neue Studie zeigt, wie relevant dieses Prinzip weit über die Reisebranche hinaus geworden ist. In den vergangenen zwei Jahren bewerteten die Befragten unter anderem Produkte, Restaurants, Hotels, Lieferdienste, Ärzte, Reiseanbieter und Arbeitgeber. Online-Bewertungen sind damit längst ein selbstverständlicher Bestandteil des Konsumentenalltags – und die Frage, welche dieser Stimmen sichtbar bleiben, betrifft zunehmend breite Teile der Bevölkerung.

Was Verbraucher tun können – und wie HolidayCheck gegen diese Manipulation vorgeht

Bewertung gelöscht? Das können Verbraucher tun

Wird eine Bewertung beanstandet oder gelöscht, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher zunächst nach dem Grund der Plattform fragen und ob ein Einspruch möglich ist. Hilfreich ist es, Nachweise für den tatsächlichen Kontakt mit dem Anbieter aufzubewahren – etwa Buchungsbestätigungen oder Rechnungen. Bewertungen sollten außerdem möglichst konkret, sachlich und auf die eigene Erfahrung bezogen formuliert sein.

HolidayCheck: Kritische Stimmen nicht vorschnell löschen

HolidayCheck setzt sich dafür ein, dass authentische Bewertungen und ausdrücklich auch kritische nicht allein auf Wunsch eines bewerteten Unternehmens verschwinden. Dabei nutzt das Unternehmen auch rechtliche Möglichkeiten: In der Vergangenheit hat HolidayCheck Löschforderungen von Hotels vor Gericht zurückgewiesen und Recht bekommen. So bestätigte das Oberlandesgericht Hamburg, dass die bloße Behauptung eines Hoteliers, eine Bewertung enthalte Unwahrheiten, nicht ausreicht, um deren Löschung zu verlangen.*

„Authentische Kritik zu schützen gehört für uns zum Kern eines glaubwürdigen Bewertungsportals. Wir wählen nicht den bequemsten Weg. Gerade bei Kanzleien, für die das Entfernen von Kritik ein Businessmodell geworden ist, löschen wir nicht vorsorglich, sondern lassen im Zweifel ein Gericht entscheiden“, sagt Jonas Ertlmaier. „Wir wünschen uns, dass auch mehr Unternehmen unserem Vorgehen folgen und sich gegen Anträge auf pauschale Löschung von kritischen Bewertungen wehren.“

*OLG Hamburg, Urteil vom 30. Juni 2016, Az. 5 U 58/13

Über die Studie

Die verwendeten Daten beruhen auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Umfrage der Media Market Insights in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut KANTAR, an der 1.200 Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren im Zeitraum vom 14.07.2026 bis 28.07.2026 teilnahmen. 730 der Befragten hatten innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens eine Online-Bewertung für ein Produkt oder eine Dienstleistung abgegeben. Der Erhebungszeitraum war vom 14. bis 28. Juli 2026.

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Über HolidayCheck

Urlaub besser zu machen, das ist die Vision von HolidayCheck, der reichweitenstärksten Erholungsurlaub-Plattform im deutschsprachigen Raum. Transparenz, Qualität und Innovation treiben das Online-Buchungs- und Bewertungsportal an, Urlauber das beste Reiseerlebnis zu bieten. Grundlage sind die mehr als 13 Millionen Hotelbewertungen, ein eigenes Online-Reisebüro sowie die Angebote von 66 Reiseveranstaltern und weiteren touristischen Anbietern. Im Online-Reisebüro-Test von Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2024) erhielt HolidayCheck die Gesamtnote „Gut“ (2,1) und in der Kategorie „Buchen und Stornieren“ als einziges Online-Reiseportal die Note „Sehr gut“ (1,1). Seit 2021 finden sich auch passende Mietwagen-Angebote von HolidayCheck Mietwagen auf der Plattform. Viele hilfreiche Informationen und Inspiration finden Urlauber außerdem im Reiseforum mit über 4,9 Millionen Mitgliedern und im HolidayCheck Online-Magazin. Zudem engagiert HolidayCheck sich seit Jahren intensiv gegen Bewertungsbetrug und hat die Initiative Gemeinsam gegen Fakebewertungen gegründet. Die HolidayCheck AG ist eine Tochter der HolidayCheck Group, wurde im Jahr 2003 gegründet und hat ihren Sitz im schweizerischen Bottighofen nahe der deutschen Grenzstadt Konstanz.

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