Nahost-Krise verändert Reisepläne – Reisewarnung für Golfstaaten aufgehoben, Deutsche bleiben vorsichtig
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Eine aktuelle HolidayCheck-Studie zeigt:
- Politische Lage beeinflusst Reisepläne von 70 Prozent der Deutschen
- Jeder Dritte würde trotz Reisewarnung eine Reise erwägen
- Welche Reiseregionen aktuell als sicher gelten
Die aktuelle geopolitische Lage im Nahen Osten wirkt sich deutlich auf das Reiseverhalten der Deutschen aus. Laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag von HolidayCheck geben 40 Prozent der Befragten an, dass die politische Situation ihre Reisepläne stark oder sehr stark beeinflusst. Weitere 30 Prozent sehen zumindest einen teilweisen Einfluss. Damit fühlen sich insgesamt sieben von zehn Deutschen in ihrer Reiseplanung beeinflusst.
Gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung, wie dynamisch die Lage bleibt: Das Auswärtige Amt hat die Reise- und Sicherheitshinweise für zahlreiche arabische Länder aktualisiert. Auf Basis einer Neubewertung der Lage im Nahen Osten gilt ab sofort keine Reisewarnung mehr für verschiedene Länder, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Oman. Die höchste Warnstufe ist damit aufgehoben.
Gleichzeitig rät das Auswärtige Amt weiterhin dringend von Reisen in die betroffenen Regionen ab. „Für Urlauberinnen und Urlauber bedeutet das: Reisen werden grundsätzlich wieder planbar, die Sicherheitslage bleibt jedoch angespannt und sollte vor jeder Buchung sorgfältig geprüft werden“, erklärt Nina Hammer, Reiseexpertin bei HolidayCheck.
Reiseveranstalter können nun selbst entscheiden, ob Pauschalreisen in diese Regionen – inklusive Verbindungen über wichtige Drehkreuze – wieder angeboten und durchgeführt werden. Dabei prüfen Veranstalter unter Berücksichtigung ihrer Fürsorgepflicht sowie ihres jeweiligen Sicherheitsverständnisses, welche Reisen und Flüge sie ihren Reisenden anbieten können.
Auch reiserechtlich verändert die Lockerung die Ausgangslage. Während eine Reisewarnung ein wichtiges Argument für eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung sein kann, ist dies nach einer Lockerung nicht mehr automatisch in gleicher Weise gegeben. „Die Lage ist volatil – wer jetzt eine Reise in die Regionen bucht, sollte daher besonders auf flexible Tarife, Umbuchungsmöglichkeiten und transparente Stornobedingungen achten“, rät Nina Hammer. Sie betont: „Hotels, Airlines und Veranstalter bieten in der Regel kulante Umbuchungs- und Stornierungsoptionen in Nahost, auch um das Vertrauen der Reisenden zu wieder zu gewinnen.“
Anpassung statt Verzicht: Deutsche reagieren flexibel
Laut einer aktuellen HolidayCheck Umfrage reagiert die Mehrheit der Reisenden auf die unsichere Situation in Nahost nicht mit kompletter Zurückhaltung, sondern mit Anpassungen: 40 Prozent wollen auf andere Reiseziele ausweichen, 35 Prozent setzen verstärkt auf flexible Tarife. Auch Änderungen bei Reisezeitpunkt oder -art spielen für rund jeden Fünften eine Rolle
Überraschend: Jeder Dritte erwägt eine Reise trotz Reisewarnung
Immerhin 32 Prozent der Befragten geben an, dass sie trotz (Teil-)Reisewarnung entweder ganz sicher oder wahrscheinlich in ein betroffenes Land reisen würden. Gleichzeitig informieren sich viele aktiv: 63 Prozent prüfen immer oder meistens, ob eine Reisewarnung vorliegt.
„Urlauber gehen sehr unterschiedlich mit der aktuellen Lage um: Während viele bei ihrer Planung stark auf Sicherheit achten, bleibt für andere der Wunsch zu reisen ein entscheidender Faktor, sodass auch Ziele mit Reisewarnung für einen Teil nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden“, sagt Nina Hammer, Reiseexpertin bei HolidayCheck.
Je näher, desto sicherer: Urlauber setzen auf Europa
Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild der aktuellen Sicherheitswahrnehmung: Am sichersten werden Deutschland, Österreich und die Schweiz eingeschätzt, gefolgt von Westeuropa sowie Südeuropa und dem Mittelmeerraum.
Deutlich geringer ist das Sicherheitsgefühl bei weiter entfernten Regionen. So empfinden aktuell nur noch 3 Prozent der Befragten die Arabische Halbinsel als sicheres Reiseziel.
Auch andere Fernreiseziele werden zurückhaltender bewertet: Nordamerika liegt mit 20 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie Mittel- und Südamerika.
„Insgesamt zeigt die Umfrage, dass vor allem vertraute und schnell erreichbare Reiseziele als besonders sicher wahrgenommen werden. Mit zunehmender Entfernung sinkt das Sicherheitsgefühl. Kurz- und Mittelstreckenziele könnten daher in diesem Jahr besonders profitieren“, so Nina Hammer.
Diese Reiseregionen werden derzeit als sicher empfunden:
Deutschland / Österreich / Schweiz: 70 %
Westeuropa: 56 %
Südeuropa & Mittelmeer: 48 %
Skandinavien, Mittel- & Osteuropa: 40 %
Kanaren: 39 %
Nordamerika: 20 %
Mittel- & Südamerika: 20 %
Asien: 24 %
Afrika: 10 %
Arabische Halbinsel: 3 %
Pauschalreise gewinnt an Bedeutung
Im Vergleich verschiedener Reiseformen schneiden Pauschalreisen deutlich besser ab: 73 Prozent der Befragten empfinden sie als (sehr) sicher, bei Individualreisen sind es nur 53 Prozent. Gerade in unsicheren Zeiten bieten sie vielen Reisenden ein höheres Maß an Planungssicherheit etwa durch klare Ansprechpartner, organisierte Rücktransportmöglichkeiten und Unterstützung vor Ort im Krisenfall. Diese Faktoren rücken bei der Reiseentscheidung zunehmend in den Fokus.
Hohe Spritpreise verstärken den Effekt
Neben geopolitischen Unsicherheiten wirken sich auch steigende Kraftstoffpreise deutlich auf die Reiseplanung aus: 47 Prozent der Befragten geben an, dass diese ihre Pläne stark oder sehr stark beeinflussen, weitere 33 Prozent teilweise.
Es gibt verschiedene Lösungsansätze: 28 Prozent wollen auf andere Verkehrsmittel umsteigen. 26 Prozent planen andere Reiseziele zu wählen. Je 18 Prozent verändern Reiseart, Zeitpunkt oder Dauer. Nur 17 Prozent ziehen in Erwägung, ganz auf Reisen zu verzichten.
Ganz generell erwarten 83 Prozent der Deutschen, dass Reisen künftig teurer wird. „Abzuwarten bleibt, wie sich die aktuelle dynamische Lage auf das Preisgefüge auswirken wird“, erklärt Nina Hammer.
Fazit: Zwischen Sicherheitsbedürfnis und Reiselust
Die Ergebnisse zeigen: Trotz anhaltender Unsicherheiten bleibt die Reiselust bestehen. Statt auf Urlaub zu verzichten, passen die Deutschen ihre Pläne flexibel an. Gleichzeitig zeigt sich bei einem Teil der Reisenden eine Bereitschaft, auch unter unsicheren Bedingungen zu reisen. Wie sich die Situation auf die Reisepreise auswirken wird, bleibt abzuwarten.
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Auswertungsgrundlage
Die verwendeten Daten beruhen auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Umfrage der Media Market Insights in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut KANTAR, an der 1.000 berufstätige Personen in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen im Alter von 16 bis 69 Jahren im Zeitraum vom 21.04.2026 bis 27.04.2026 teilnahmen.
Anmerkung: Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text an manchen Stellen die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige sämtlicher Geschlechter.
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