Deutschlands Tourismushochburgen im Wandel
Vergleich der Tourismusentwicklung für über 2.000 Orte zeigt die Gewinner und Verlierer des inländischen Tourismus
München, September 2026. HolidayCheck, die führende Plattform für Erholungsurlaub im deutschsprachigen Raum, hat aktuelle Tourismusdaten aus der Regionaldatenbank für das Jahr 2025 ausgewertet und mit den Zahlen aus 2024 verglichen. Die Untersuchung zeigt die Entwicklung hinsichtlich Gästeankünften, Übernachtungen, Touristendichte und Beherbergungsbetrieben auf regionaler Ebene. Mit rund 192 Millionen Gästeankünften kamen 2025 über 2,2 Millionen Gäste mehr als im Vorjahr, ein Plus von 1,2 Prozent. Doch der Zuwachs verteilt sich ungleich: Während etablierte Urlaubsziele und einige Großstädte weiter zulegen, verzeichnen über die Hälfte der Gemeinden weniger Gäste.
Wichtig: Eine Besonderheit gilt für Schleswig-Holstein: Dort werden seit 2025 erstmals auch Gäste auf Campingplätzen in der Statistik erfasst. Die deutlichen Zuwächse im nördlichsten Bundesland, etwa ein Plus von 22 Prozent (über 1,75 Millionen) bei den Gästeankünften, gehen daher zu einem großen Teil auf die neue Zählweise zurück. Rechnet man Schleswig-Holstein komplett aus der Statistik raus, liegt das Plus bei Gästeankünften deutschlandweit nur bei 0,3 Prozent, die Nächte gehen sogar leicht zurück. Eine Berechnung für das Bundesland ohne die Campingplätze ist nicht möglich.
Den ausführlichen Vergleich für über 2.000 Gemeinden, inklusive aller Großstädte und eines Bundeslandvergleichs mit interaktiven und sortierbaren Tabellen finden Sie direkt auf der Themenseite.
Wachstum verliert an Breite
Die Untersuchung von über 2.000 deutschen Gemeinden mit mindestens 5.000 Einwohnenden ergab, dass nur noch in knapp der Hälfte (954 von 1.970 Gemeinden mit vollständigen Daten) die Zahl der Gäste pro Einwohner (GpE) gestiegen ist. Im Vorjahr waren es noch rund drei Viertel. Der Aufschwung konzentriert sich damit zunehmend auf bestimmte Regionen, statt sich flächendeckend fortzusetzen. In 1.016 Gemeinden ist die Touristendichte gesunken.
Mehr Gäste, aber weniger Nächte: Der Trend setzt sich fort
Die Analyse der Landkreise bestätigt den Trend des Vorjahres: In 185 von 289 Landkreisen ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer gesunken, auf Ebene der Bundesländer sogar in 14 von 16. Bundesweit stiegen die Gästeankünfte um 1,2 Prozent, die Übernachtungen jedoch nur um 0,3 Prozent. Reisende verreisen also weiterhin häufig, aber kürzer. Gleichzeitig hatten gut 400 Beherbergungsbetriebe weniger geöffnet als im Vorjahr. In Mecklenburg-Vorpommern bleiben die Gäste mit durchschnittlich 4,1 Nächten am längsten. Das Bundesland knackt zudem erstmals die Marke von fünf Gästen pro Einwohner.
Spitzenreiter und Überraschungssieger
Rust (Europapark) und die Ostseebäder Binz und Heringsdorf behaupten ihre Spitzenpositionen mit 199, 79,2 und 70,8 Gästen pro Einwohner. Alle drei konnten noch einmal mehr Gäste als im Vorjahr begrüßen, in Binz kommen nun sogar 4 Gäste mehr auf einen Einwohnenden. Besonders hervorzuheben ist jedoch Aschheim bei München, das mit einem Zuwachs von 4,9 GpE den größten Anstieg außerhalb Schleswig-Holsteins verzeichnet. Auch Wangerland an der Nordsee (+4,6 GpE) und Kelsterbach am Frankfurter Flughafen (+4,3 GpE) legen deutlich zu. Der Vorjahressieger Oberding dagegen verliert 3,2 GpE und wird von Willingen (Upland) von Platz 4 verdrängt. Den größten Rückgang der Touristendichte verzeichnet die Nationalparkgemeinde Vöhl am Edersee: 4,4 Gäste pro Einwohnende sind es hier weniger als noch im Vorjahr. Die starken Zuwächse etwa auf Fehmarn, in Scharbeutz oder Heiligenhafen gehen dabei zu einem großen Teil auf die neue Zählweise in Schleswig-Holstein zurück.
Großstädte: Heidelberg überholt München, Berlin und Dresden verlieren
Unter den Großstädten verzeichnet Frankfurt am Main mit 8,2 GpE weiterhin die höchste Touristendichte, auch wenn die Gästeankünfte leicht zurückgehen. Neu auf Platz 2 folgt Heidelberg (6,3 GpE, +8,1 Prozent Gäste) vor München (6,2 GpE). Größter Aufsteiger ist Lübeck, das sich mit 13,6 Prozent mehr Gästeankünften von Platz 16 auf Platz 7 verbessert – teilweise auch durch die neue Zählweise in Schleswig-Holstein. Auch Hamburg legt deutlich zu (+6,4 Prozent), während Berlin und Dresden Gäste verlieren. Prozentual am stärksten wachsen Remscheid (+39 Prozent) und die Kulturhauptstadt Europas 2025, Chemnitz (+22 Prozent) – es müssen also nicht immer die größten Großstädte sein.
Dazu Nina Hammer, Pressesprecherin von HolidayCheck:
„Die Reiselust in Deutschland bleibt groß, aber sie wird wählerischer. Viele Gäste gönnen sich lieber mehrere kurze Auszeiten als einen langen Urlaub und setzen dabei gezielt auf Orte, die sie wirklich begeistern. Dass Städte wie Heidelberg und Hamburg deutlich zulegen, während Berlin oder Dresden Gäste verlieren, zeigt: Kein Reiseziel kann sich auf seiner Beliebtheit ausruhen.“
Über die Untersuchung
Für den Vergleich wurde die Anzahl der Gästeankünfte pro Gemeinde, Landkreis, Stadt und Bundesland in das Verhältnis zur jeweiligen Einwohnerzahl gesetzt. Die Zahlen gehen aus der Statistik der deutschen Regionaldatenbank zu Gästeankünften hervor. Die Untersuchung zu den Tourismus-Hochburgen führen wir bereits zum dritten Mal durch. Für die aktuelle Ausgabe haben wir die Daten aus dem Jahr 2025 mit denen aus dem Jahr 2024 verglichen, um die jüngsten Entwicklungen im deutschen Tourismus aufzuzeigen. Abweichungen der Bundeszahlen zu aufsummierten Länderergebnissen sind Folge nachträglicher Revisionen.
Campingplätze sind je nach Bundesland unterschiedlich berücksichtigt. Im Jahr 2025 wurden in Schleswig-Holstein erstmals Campingplätze in der Statistik berücksichtigt, was viele Entwicklungen bei ansässigen Orten bedingt. Alle Kategorien beinhalten Schulungsheime sowie Vorsorge- und Rehabilitationskliniken. Die Einwohnerzahlen basieren auf dem Zensus 2022, damit eine einheitliche Datenquelle für alle Orte genutzt werden kann, und können deshalb leicht von aktuellen Zahlen abweichen. Insgesamt fließen über 2.000 Orte ab 5.000 EinwohnerInnen mit in die Untersuchung ein. Aufgrund eines nicht vollständigen Datensatzes konnten einige Orte nicht berücksichtigt werden. Trotz großer Sorgfalt übernimmt HolidayCheck keine Garantie für die hier aufgeführten Werte.
Über HolidayCheck
Urlaub besser zu machen, das ist die Vision von HolidayCheck, der reichweitenstärksten Erholungsurlaub-Plattform im deutschsprachigen Raum. Transparenz, Qualität und Innovation treiben das Online-Buchungs- und Bewertungsportal an, UrlauberInnen das beste Reiseerlebnis zu bieten. Grundlage sind die mehr als 12 Millionen Hotelbewertungen, ein eigenes Online-Reisebüro sowie die Angebote von 66 Reiseveranstaltern und weiteren touristischen Anbietern. Im Online-Reisebüro-Test von Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2024) erhielt HolidayCheck die Gesamtnote „Gut“ (2,1) und in der Kategorie „Buchen und Stornieren“ als einziges Online-Reiseportal die Note „Sehr gut“ (1,1). Seit 2021 finden sich auch passende Mietwagen-Angebote von HolidayCheck Mietwagen auf der Plattform. Viele hilfreiche Informationen und Inspiration finden UrlauberInnen außerdem im Reiseforum mit über 4,9 Millionen Mitgliedern und im HolidayCheck Online-Magazin. Zudem engagiert HolidayCheck sich seit Jahren intensiv gegen Bewertungsbetrug und hat die Initiative Gemeinsam gegen Fakebewertungen gegründet. Die HolidayCheck AG ist eine Tochter der HolidayCheck Group, wurde im Jahr 2003 gegründet und hat ihren Sitz im schweizerischen Bottighofen nahe der deutschen Grenzstadt Konstanz.